Gießen – Schritt für Schritt

Stellen Sie sich alle benötigten Gegenstände zurecht, denn während der Arbeit muß es manchmal sehr schnell gehen:

  • mindestens 1 Gießform. Bilder: Duftlampe/Windlicht HH 521/15
  • einen Abstaubpinsel z.B. PIN 184
  • Verschlußbänder oder feste Verschlußgummis z.B. WE 151 bis 154
  • gut angerührten Gießton z.B. KPR 50 weiß oder KPR 51 rot
  • einen Rührbesen (z.B. an der Bohrmaschine befestigt )
  • ein ausreichend großes Gießgefäß
  • ein Auffanggefäß, auf das Sie die auszugießende Form sicher stellen können.
  • ein Ausformmesser z.B. WZ 475
  • eine Gips- oder feste Spanplatte
  • ein Töpfermesser z.B. WZ 474
  • evtl. Werkzeug zum Ausschneiden oder Ansetzen z.B. WZ 477
  • evtl. Schlicker

Schritt 1:

Säubern Sie die fettfreie Gießform innen (unbedingt dazu auch aufmachen) und außen mit dem Abstaubpinsel oder einem weichen Tuch, bis sie staubfrei ist. Achten Sie dabei darauf, dass Sie die Innenseite nicht beschädigen; jede Beschädigung ist später auf dem Abguß sichtbar. 
Verschließen Sie die Form fest und sicher mit dem Verschlußband, sonst quillt der Ton beim Eingießen aufgrund seines Eigengewicht durch die Nahtstellen. Ich kenne viele Töpfer, die diese Erfahrung mit langem Aufwischen bezahlt haben. Stellen Sie die Form auf einen sicheren und ebenen Untergrund.

Schritt 2:

Beim Lagern setzen sich die schweren Bestandteile des Gießtones nach unten ab. Um das richtige Mischungsverhältnis zu bewahren, rühren Sie jetzt den Inhalt des ganzen Eimers solange auf, bis er die richtige Konsistenz hat. Befüllen Sie damit das Gießgefäß.

-Tip 7

Schritt 3:

Gießen Sie nun in die Gießform bis zum Oberrand ein. 

Zügiges und gleichmäßiges Gießen verhindert Lufteinschlüsse. Vermeiden Sie abzusetzen, damit keine Ränder entstehen. Zu starkes Gießen auf eine Stelle verdichtet die Masse und erschwert später das Glasieren.

Schritt 4:

Der Gips zieht die Feuchtigkeit aus dem Schlicker heraus, der Ton wird fest und setzt sich an der Gipswandung ab. 

Lassen Sie die Form solange ruhen, bis die Wandung dick genug für Ihren Zweck ist - in der Regel sind dies 3mm. Sie prüfen dies mit einem Ausformmesser am oberen noch in der Feuchtigkeit befindlichen Rand.

Schritt 5:

Der überschüssige Ton wird langsam abgegossen. Stellen Sie dazu die Form mit der Öffnung nach unten auf das sicher stehende Auffanggefäß.

Schritt 6:

Die Feuchtigkeit des gegossenen Stückes zieht weiter in die Gipsform und trocknet durch die eindringende Luft. 
Wenn sich die Form leicht öffnen läßt, kann vorsichtig entformt werden. Geduld ist eine gute Hilfe.
Heben Sie dazu erst eine Seite der Form gerade nach oben ab. 

Nehmen Sie das Gußstück nicht eher aus der Form heraus, ehe es stark genug ist, sein eigenes Gewicht zu tragen.
Erst dann nehmen Sie es vorsichtig vollständig aus der Form heraus. 
Teller oder ähnliche Artikel sollten länger in der Form bleiben, bis keine Gefahr der Verformung mehr besteht. 
Ich lege Teller dann zunächst auf dem oberen Rand ab und streiche diesen auch noch mit den Fingern fest auf die Unterlage, damit dieser wirklich ganz eben ist. 

 

Schritt 7:

Mehrteilige Rohlinge werden mit Hilfe des Schlickers zusammengefügt. Schneiden Sie den Einfüllrand und die Gießränder grob ab und stellen Sie den Rohling zum Trocknen kühl, trocken und dunkel ab.

Schritt 8:

Etwas angetrocknete Rohlinge können grob ausgeschnitten werden.

Schritt 9

Nach dem gründlichen Trocknen brennen Sie das fertige Rohteil im Schrühbrand 

  • bei 920-960°C - dann ist der Ton sehr gut aufnahmefähig für die spätere Glasur
  • bei 1100°C - wenn Sie sicher sein wollen, dass das Werkstück dicht ist. Da ist die Wandung dann weniger aufnahmefähig und benötigt in der Regel eine Schicht streichfertiger Glasur mehr.

 

Schritt 10

Glasieren Sie jetzt mit Fingerspitzengefühl. 

  • Zunächst schütten Sie das Gefäß mit flüssiger Glasur aus. Sie können dazu selbst angerührte Pulverglasur verwenden oder sich eine streichfertige Glasur im Verhältnis 1 : 1 mit Wasser verdünnen. 
  • Lassen Sie das Gefäß trocknen
  • Erst wenn die äußere Seite wieder ganz trocken ist (Ich warte immer einen ganzen Tag.), glasieren Sie die äußere Seite in der von Ihnen bevorzugten Weise durch Pinseln, Tauchen, Gießen oder Sprühen.

 

Schritt 11

Nach dem vollständigen Trocknen der Glasur brennen Sie (je nach den Angaben Ihres Herstellers) bei 1040° oder 1150°C die Glasur ein. 

 

Schritt 12

Besonders langsam abkühlen lassen und erst bei völliger Auskühlung dem Ofen entnehmen, dann vermeiden Sie Haarrisse oder sogar das vollständige Springen des fertigen Keramikteiles. 

Übersicht          

  Gießkeramik    

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